




„La rançon“, 2012/2013.
Mosaik aus schwarzen und weißen Marmorkieseln, 15000 x 70 cm,
welches das Gedicht „La rançon“ von Ch. Baudelaire über den Campusplatz Morgenstelle der Universität Tübingen trägt.
11 Plexiglastafeln, Siebdruck schwarz rückseitig und Folienschrift weiß vorderseitig, jeweils 120 x 120 cm. Foyer des Zentrums für Molekularbiologie der Pflanzen, Universität Tübingen, Morgenstelle.
Ilona Lenk
L‘homme a, pour payer sa rançon,
Deux champs au tuf profond et riche,
Qu‘il faut qu‘il remue et défriche
Avec le fer de la raison;
Pour obtenir la moindre rose,
Pour extorquer quelques épis,
Des pleurs salés de son front gris
Sans cesse il faut qu‘il les arrose.
L‘un est l‘Art, et l‘autre l‘Amour.
— Pour rendre le juge propice,
Lorsque de la stricte justice
Paraîtra le terrible jour,
Il faudra lui montrer des granges
Pleines de moissons, et des fleurs
Dont les formes et les couleurs
Gagnent le suffrage des Anges.
Charles Baudelaire
Der Mensch hat für sein Lösegeld
Zwei Äcker, deren schweren Boden
Er brechen muß, und sie zu roden
Braucht er des Geistes Pflug im Feld;
Er muß für ärmster Rosen Sprießen
Und karger Ähren Wuchs dann Jahr
Für Jahr von grauem Schläfenpaar
Mit salzigen Tränen sie begießen.
Heißt einer Liebe, einer Kunst.
– Daß er den Richter gnädig stimme
Am Tag, wo des Gerichtes Stimme
Erschallt zu Urteil ohne Gunst,
Muß er ihm Scheunen weisen können
Die voller Garben sind, und Flor,
Vor dessen Form – und Farbenchor
Die Engel ihm ihr Jawort gönnen.
Übersetzung von Carlo Schmid



